In der Bibel lesen wir, wie Petrus und Johannes, beides engste Vertraute von Jesus Christus, an der Pforte zum Tempel einem von Geburt an Gelähmten antrafen. Er bat sie um ein Almosen aber Petrus erwiderte: „Silber und Gold besitze ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazareners: Geh umher!“ Der Mann konnte plötzlich stehen und ging umher. Er trat mit ihnen in den Tempel und lobte Gott. Alle verwunderten sich über diese Taten, so lesen wir weiter. Auch der Sanhedrin oder Hohe Rat (höchstes Gericht) hörte von dieser Heilung und liess die zwei zu sich bringen.

Sie wurden gefragt:
„In welcher Kraft, in welchem Namen habt ihr dieses Wunder vollbracht?“ Petrus erwiderte: „Im Namen Jesus Christi, des Nazareners, den ihr gekreuzigt habt und der von Gott von den Toten auferweckt worden ist. In diesem Namen steht dieser gesund vor euch. Das ist der Stein, der von euch, den Bauleuten, für nichts geachtet, der zum Eckstein geworden ist. Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir errettet werden müssen.“
Was für einen unglaublichen Glauben muss Petrus besessen haben um erst den Gelähmten zu heilen und anschliessend vor dem Hohen Rat mit so viel Mut und Selbstvertrauen aufzutreten?
Schön wäre es ja, wenn sich solche oder ähnliche Wunder auch heute noch ereignen würden. Wenn man selber so viel Mut und Glauben besässe! Man kann diese Geschichte kritisch hinterfragen, theologisch auseinander nehmen und an den Universitäten diskutieren. Ist was dran an der Geschichte oder ist es eine Metapher, ein Bild, das auf etwas ganz anderes hindeuten will? Eine Frage, deren Beantwortung immer Theorie bleiben wird, ausser man setzt seinen Glauben aktiv in die Praxis um, ähnlich wie es Petrus und Johannes getan haben mit dem Mut eines glaubenden Christen.

Worauf ich diese Erkenntnis stütze? Weil ich selber unzählige Male erleben durfte, wie Menschen durch Gebet und durch soliden Glauben übernatürlich geheilt wurden. Eine Geschichte dazu erzähle ich Ihnen gerne. Meine erste Frau war von Geburt an extrem kurzsichtig. Ohne ihre dicke Brille konnte sie sich kaum bewegen. Eines Tages, nach einem gemeinsamen Gebet um Heilung bei Freunden, wollte sie ihre Brille wieder aufsetzen und bemerkte, dass diese in zwei Teile zerbrochen war. Natürlich blöd, da es draussen schon dunkel war und wir nach Hause mussten. Ich, ganz Gentleman, wollte bei ihr einhängen und sie führen. Doch sie erwiderte etwas verwundert „ich brauche keinen Blindenführer, ich sehe ja ganz scharf!“. Stellen Sie sich vor, wie erstaunt wir beide waren, als uns bewusst wurde, dass sie ohne Brille scharf sehen konnte! Halleluja, preist den Herrn! Der anschliessende Augencheck beim Augenarzt hinterliess einen Arzt mit offenem Mund. Ich werde diesen Anblick nie mehr vergessen. Gott ist gross!

Von Mauro Callegari, Jugendseelsorger der Pfarrei St. Laurentius

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