Haymo Empl, der ehemalige Winterthurer Synodale, Personalverantwortlicher der Katholischen Kirche in Winterthur und Gemeinderat, hat ein Buch über das Verhältnis zwischen Reformierten und Katholiken im Kanton Glarus geschrieben – ein Buch, das besonders lesenswert ist in Zeiten, in denen religiös geprägte kriegerische Auseinandersetzungen in aller Welt das mediale Geschehen beherrschen.

Wie es zu „Gegeneinander – Nebeneinander – Miteinander“ kam

Seit über 40 Jahren besitzen wir im Glarner Hinterland ein Ferienhaus. In Glarus Süd, wie dieser hintere Teil des Kantons Glarus heute etwas vornehmer benannt wird, stehen drei Pfarrkirchen und drei Kapellen. 1937 wurde die Kirche St. Theresien in Luchsingen erbaut, 2012 konnte das 75-Jahr Jubiläum gefeiert werden. Die Römisch-katholische Kirchgemeinde Glarus Süd hatte mich gebeten, zu diesem Anlass eine Festschrift zu verfassen. Bei den dafür notwendigen Recherchen stiess ich auf viele Unterlagen, die die interessante, wechselvolle Kirchengeschichte des Kantons Glarus dokumentieren. So entschloss ich mich, nach dem Jubiläum ein grösseres Werk in eigener Regie herauszugeben.

Nach drei Jahren war es so weit: Das Buch mit dem Titel „Gegeneinander-Nebeneinander-Miteinander“ schildert das Verhältnis zwischen Reformierten und Katholiken im Kanton Glarus, gestern und heute. Ein „roter Faden“ zieht sich durch das Buch. Es werden die Entwicklungen auf der Ebene der Schweiz und des Kantons Glarus dargelegt. Parallel dazu diejenige des Vatikans, des Bistums Chur und von Kirchgemeinden und Pfarreien.

Es ist nicht nur für Glarner lesenswert, denn in Pfarreien und Kirchgemeinden in anderen Kantonen fanden ähnlich gelagerte Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten statt. Sie dauerten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Auch heute noch berichten uns die Medien über religiös geprägte kriegerische Auseinandersetzungen in aller Welt. So hat das Buch keineswegs an Aktualität verloren. Es ist zu hoffen, dass auch ausserhalb der Schweiz verschiedene Glaubensrichtungen von einem Gegeneinander zum Nebeneinander und schlussendlich zum Miteinander finden.

Von Zwingli im Glarnerland bis zu Papst Franziskus: zum Inhalt

Das Buch beginnt mit der Schilderung der Zustände in der Eidgenossenschaft im 16. Jahrhundert in vorreformatorischer Zeit. Zwingli begann seine Laufbahn in Glarus. Nach seinem Wechsel nach Zürich begann die Reformation, verbunden mit Auseinandersetzungen um Glaubensfragen auf eidgenössischer Ebene. Sie eskalierten, die Kappeler- und Villmerger-Glaubenskriege waren die Folge. In groben Zügen wird die kirchliche und weltliche Entwicklung vom 17. bis zum 20. Jahrhundert im Kanton Glarus und der Schweiz geschildert. Dargelegt werden das Konzil von Trient und die Umsetzung in Form der Gegenreformation. Der Kulturkampf  führte zur Revision der Bundesverfassung und hatte Folgen für die Katholiken. Wichtige Meilensteine sind das Erste und Zweite Vatikanische Konzil. Weitere Kapitel befassen sich mit der bekenntnisverschiedenen Ehe, dem schwindenden Gottesdienstbesuch, dem Pfarrermangel. Nicht unerwähnt bleiben die Auseinandersetzungen auf Bistumsebene bis ins 21. Jahrhundert, aber auch die laufend bessere ökumenische Zusammenarbeit und die Verlautbarungen von Papst Franziskus, die neue Hoffnungen wecken.

Das Buch, reich bebildert mit einem Umfang von 168 Seiten ist im Eigenverlag erschienen und kann beim Verfasser Haymo Empl, Dättnauerstrasse 32 b, 8406 Winterthur zum Selbstkostenpreis von Fr 30.- (inkl. Porto) bezogen werden.

 

Haymo Empl

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